So überprüfen Sie die Erfolgsbilanz eines Finanzberaters

Gewähltes Thema: So überprüfen Sie die Erfolgsbilanz eines Finanzberaters. Hier zeigen wir Schritt für Schritt, wie Sie belastbare Nachweise statt bloßer Versprechen erhalten. Lesen Sie mit, stellen Sie Fragen in den Kommentaren und abonnieren Sie unseren Newsletter für weitere praxisnahe Checks.

Langfristige Konsistenz statt Glückstreffer

Ein einzelnes gutes Jahr kann Glück sein, doch verlässliche Beratung erkennt man an Ergebnissen über verschiedene Marktphasen, inklusive Korrekturen. Prüfen Sie, ob die gezeigten Renditen konsistent sind, wie stark Drawdowns ausfielen und ob die Strategie nachvollziehbar blieb, statt ständigem Stilwechsel.

Vom Marketing zur Messbarkeit

Hübsche Präsentationsfolien sind leicht gemacht. Entscheidend ist, dass die angeblichen Erfolge messbar, prüfbar und klar dokumentiert sind. Fordern Sie Datenserien, Methodik, Vergleichsmaßstäbe und erläuterte Annahmen an, idealerweise mit externem Prüfvermerk. So trennen Sie Werbesprüche von belastbaren Fakten.

Offizielle Register und Quellen in Deutschland

Suchen Sie in der Datenbank der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht nach Unternehmen mit Erlaubnis für Wertpapierdienstleistungen. Achten Sie auf Art und Umfang der Lizenz, Hinweise zu Niederlassungen und mögliche Verwarnungen. Stimmt der Name des Vertragspartners mit dem in der Datenbank überein?

Offizielle Register und Quellen in Deutschland

Finanzanlagenvermittler müssen im Vermittlerregister eingetragen sein. Dort sehen Sie, ob eine Erlaubnis vorliegt und für welche Produktkategorien. Gleichen Sie die Registernummer ab, prüfen Sie Anschrift und Verantwortliche. Eine transparente Eintragung ist ein solides Fundament, ersetzt aber keine Performanceprüfung.

Dokumente, die echte Spuren hinterlassen

GIPS-konforme Track Records und Prüfvermerke

Fragen Sie nach GIPS-konformer Darstellung oder zumindest nach extern geprüften Performanceberichten. Achten Sie auf die Definition von Mandaten, Berechnungsregeln, Gewichtung und den Zeitraum. Prüfvermerke von Wirtschaftsprüfern erhöhen die Glaubwürdigkeit und ermöglichen Vergleiche über Anbieter hinweg.

Depotbankbestätigungen und Transaktionslisten

Originale Auszüge der Depotbank sind schwer zu schönen. Lassen Sie sich anonymisierte, aber echte Depotauswertungen zeigen sowie Transaktionslisten mit Zeitstempeln. Prüfen Sie, ob Gebühren, Steuern und Wechselkurse berücksichtigt sind. Stimmen die Summen mit den Reportingdokumenten überein und sind Buchungen plausibel?

MiFID-II-Reports und Kostenoffenlegung

Fordern Sie ex-ante und ex-post Kostenberichte gemäß MiFID II an. Die Kostenstruktur beeinflusst den Track Record erheblich. Prüfen Sie, ob Kickbacks offengelegt sind, wie hoch laufende Gebühren sind und ob die ausgewiesenen Nettoergebnisse die real bezahlten Kosten tatsächlich abbilden.

Benchmarking mit Sinn und Verstand

Eine Aktienstrategie sollte nicht mit einem Geldmarktindex verglichen werden. Wählen Sie eine Benchmark mit ähnlichem Risiko- und Stilprofil. Fragen Sie, warum genau dieser Vergleichsmaßstab genutzt wird, und ob es Phasen gab, in denen die Abweichungen ungewöhnlich groß waren und wie diese erklärt werden.

Zeit- vs. geldgewichtete Rendite

Zeitgewichtete Renditen isolieren den Anlageprozess vom Timing der Ein- und Auszahlungen, während die geldgewichtete Rendite die reale Anlegererfahrung misst. Lassen Sie sich beide Kennzahlen erklären. Verstehen Sie, wie Mittelzuflüsse die Ergebnisse beeinflussten und ob Schlussfolgerungen dadurch verzerrt wurden.

Risikokennzahlen, die Substanz zeigen

Betrachten Sie Volatilität, maximalen Drawdown, Sharpe Ratio und Tracking Error. Ein Berater, der Risiken erklärt, wirkt glaubwürdiger. Fragen Sie nach Value-at-Risk-Annahmen, Stresstests und wie Positionsgrößen gesteuert werden. Nur Rendite pro Risiko schafft belastbare Entscheidungen für Ihre persönlichen Ziele.

Die besten Fragen im Erstgespräch

Bitten Sie um eine klare Beschreibung: Research-Quellen, Auswahlkriterien, Portfolio-Konstruktion, Rebalancing-Regeln und Risikobegrenzungen. Lassen Sie sich Beispiele zeigen, etwa Entscheidungsmemos. Ein stabiler, wiederholbarer Prozess erklärt die Erfolgsbilanz besser als jede einzelne Top-Position.
Garantierte zweistellige Renditen, fehlende Depotbankbelege oder die Weigerung, Kosten offenzulegen, sind klare Warnsignale. Bestehen Sie auf nachvollziehbaren Unterlagen, angemessener Bedenkzeit und schriftlichen Antworten. Wer seriös ist, hat nichts zu verstecken und arbeitet strukturiert nachvollziehbar.

Warnsignale und Schutzmaßnahmen

Starten Sie klein, mit klaren Zielen und Meilensteinen. Vereinbaren Sie Reporting-Intervalle und definieren Sie Abbruchkriterien. So gewinnen Sie Belege für die gelebte Praxis, statt sich auf Versprechen zu verlassen. Teilen Sie Ihre Erfahrungen mit uns und abonnieren Sie Updates für weitere Checklisten.

Warnsignale und Schutzmaßnahmen

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